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Ist Schießsport wirklich Sport?

Für aktive Sportschützen ist dies keine Frage, noch nicht mal ein Grund zur Diskussion, denn sie wissen, was hier verlangt und geleistet wird. Wie steht aber der Nichtschütze, Laie zu der Frage?                                                                                                                

In Diskussionen mit Mitbürgern erlebt man die verschiedensten Einstellungen zu diesem Thema. Diskutiert man z.B. mit einem jungen Menschen, der als Kriegsdienstverweigerer anerkannt wurde, bekommt man das Argument vorgesetzt, dass das Schießen, als Hobby,  die erste Stufe der brutalen Begegnung ist und somit niemals Sport sein kann. Andere Menschen können sich bei dem Wort "Schießsport" nur an Bilder und Begegebenheiten, wie Schützenfeste und Umzüge erinnern, die für sie nur Volksbelustigung und niemals Sport sein können, da hier für sie nur die Feierlichkeiten im Vordergrund stehen. Das wirkliche Sportgeschehen wird von den meisten Außenstehenden nicht erkannt. Wie kommt es dazu?

Der Schießsport ist nicht publikumsanziehend wie andere Sportarten, z.B. Fußball, Tennis oder ähnliches, da hier für die Zuschauer keine Unterhaltung geboten wird. Er erlebt nichts, was ihn begeistern und zu Beifallsbekundungen hinreißen könnte. Was sieht der naive Zuschauer auf dem Schießstand? "Er sieht einen, dem Schießen huldigenden Artgenossen hinter einer tischähnlichen Pritsche herumstehen, der ruhig - behäbig auf gespreizten Beinen ruht, eine Hand in der Tasche hat und einen Arm mit einer Waffe ausgestreckt vor sich hin hält. Ist er Gast bei den Gewehrschützen, nimmt er wahr, dass diese Leute sich manchmal sogar noch hinlegen, sich in die allerbequemste Stellung räkeln und sich dann erst einmal eine Weile - entnervend langatmig - mit ihren zahlreichen Utensilien beschäftigen. Unvermutet wird er dann von einem lauten Knall erschreckt."        

Dazu muss er sich noch ruhig verhalten und darf nicht stören, noch nicht mal laut Fragen stellen, über das was er sieht. Das Schießen ist für den bloßen Zuschauer auch wirklich wenig attraktiv. Für ihn ist der Wettkampfcharakter kaum erkennbar; die Regeln sind unbekannt und schwer zu druchschauen. Somit entsteht bei ihm Unverständnis und Undurchschaubarkeit. Im Gegensatz zu anderen Sportarten, wie z.B. Leichtathletik, kann er sich keine Vorstellung davon machen, welche Anforderungen der Wettkampf an die Teilnehmer stellt.

Man sollte nicht einfach darauf verweisen, dass aufgrund der olympischen Disziplin Schießen Sport ist, sondern sich mehr um ein echtes Veständnis bei den Mitbürgern bemühen. Hierzu wäre herauszustellen, dass dieser Sport nach festen nationalen und internationalen Regeln betrieben wird. Selbst auf dem kleinsten Schießstand ist die Sportordnung des Deutschen Schützenbundes maßgebend, welche strengste Disziplin fordert, keine Schlamperei duldet und hohe Anforderungen an den Einzelnen stellt. Der Sportschütze selbst muss, wie jeder andere Sportler, ein intensives Training betreiben, will er einigermaßen gleichmäßige Leistungen erbringen. Hierzu gehört nicht nur das Schießtraining, sondern er muss sich auch körperlich fit halten, durch Ausübung anderer Sportarten, z.B. Schwimmen, Waldlauf, Hanteltraining. Dabei ist eine allgemeine Kondition nur eine Voraussetzung für einen guten Schützen. Weiterhin muss ein Sportschütze über eine hohe Konzentrationsfähigkeit verfügen, sowie durch technische Schulung, Muskel- und Organschulung die Voraussetzungen schaffen, dass er sämtliche Bewegungsabläufe im Schlaf beherrscht. Im Wettkampf muss der Schütze seine ganze Aufmerksamkeit und Konzentration auf die optimale, technisch perfekte Schußabgabe richten können. Ein kleiner Fehler beim Abziehen, Zielen, Nachhalten oder in der Ausführung des Anschlages entscheidet hier über Sieg oder Niederlage. Eine Schußabgabe im Wettkampf kann man mit dem Schießen eines Elfmeters beim Fußball vergleichen. Ein Fehler entscheidet hier ebenfalls über Erfolg oder Nichterfolg.

Wenn man bedenkt, dass ein Schütze in einem Wettkampf bis zu 70 Schuß abgibt, kann man sich vielleicht vorstellen, welcher Nervenbelastung er ausgesetzt ist und was es heißt, über Jahre hinaus eine konstante Leistung zu erbringen. Dabei wurde noch nicht berücksichtigt, "dass bei jedem Schuß die Armmuskulatur erschüttert wird, es ist auch nicht in Rechnung gestellt, dass das Sehvermögen des Schützen ganz erheblich beansprucht wird und es war auch noch keine Rede davon, dass alle Vorgänge bis zum Absetzen der Waffe nach dem Schuß hervorragend koordiniert sein mussten; von der Stellung der Füße, über allgemeine Körperhaltung, ausgeklügelte Atemtechnik und geradezu meisterhafte Beherrschung der Handmuskeln bis zur Einbeziehung des Pulsschlages in den Gesamtablauf."

So gemütlich und locker wie es nach außen hin aussieht, ist es wirklich nicht. Es muss auch hier genauso hart und ausgiebig trainiert werden, wie in anderen Sportarten auch. Nur vollzieht sich dies außerhalb des Blickfeldes des Mitbürgers. Die oft zitierte Redensart vom nötigen "Zielwasser" wird von den Sportschützen nur belächelt. Denn welcher echte Sportler kann seine Hochleistung erbringen, wenn er vorher Alkohol zu sich genommen hat? Wer es trotzdem tut, hat vor dem Start schon verloren.